Timm Völker

INFO

Weite Felder, weiter Himmel, eine schnurgerade Straße, die vorbei an halb verlassenen Dörfern und stillgelegten Bergwerken durch ein flaches Land führt – klingt wie der Mittlere Westen der USA, ist aber das ostdeutsche Hinterland. Nur stehen hier die Windräder nicht verrostet in der Pampa sondern lassen lautlos ihre weißen Schwingen über der Weite kreisen. Und wer hier bald wieder über die Lande zieht, um in kleinen Orten Konzerte zu geben, sind nicht Johnny Cash und seine Gang, sondern der Leipziger Musiker Timm Völker und sein Partner in Crime Patrice Lipeb. Im April startet der zweite Teil ihrer „Dieb für ein Lied“-Tour.
Sie geben Konzerte in Kirchen, Kulturhäusern, Dorfschänken und auf Bauernhöfen. Fernab der Metropolen und an Orten, an denen Menschen dem Strukturwandel mit Kultur trotzen. Zwei Musiker und ihre Lieder im Wilden Osten.
Anlässlich der Tour wurden im Januar zwei in einer Live-Session aufgenommene neue Stücke veroffentlicht. Die Aufnahmen im alten Plagwitzer Guterbahnhof wurden vom Regisseur Paul Schlesier filmisch festgehalten.
„Falke Überm Haus“ ist ein musikalischer Road Trip in die eigene Vergangenheit, auf dem sich Timm Völker an Autofahrten und die Radiomusik seiner Kindheit erinnert und einem Vogel begegnet, der Ratschlage gibt.
Timm Völker: „Ich fuhr mit dem Musiker Vincent Oley an einem sonnigen Tag durchs Mansfelder Land. Wir hörten Sisters of Mercy und stellten fest, dass diese eigentlich düstere Musik auch sehr gut zur frühlingshaften Landschaft um uns herum passt. Ein paar Tage später begann ich ausgehend von einem Basslauf ‚Falke überm Haus’ zu schreiben. Ich erinnerte mich an den Zustand, in dem ich als Kind im Auto meiner Eltern saß und wir durch eben jene kargen Landstriche fuhren. Da kreisten immer Raubvögel über den Feldern und im Halbschlaf, eingewoben vom 90er-Lokal- Radio-Sound, kann man als Kind schon mal auf die Idee kommen, dass so ein Falke, der eigentlich ein Bussard war, mit einem spricht. Und ich dachte: Wenn ich schon einen Vogel in einem Song etwas sagen lasse, dann bitteschön etwas Sinnvolles: ‚Nimm dich nicht zu ernst.’“

Der zweite neue Song – „St. James Infirmary“ – ist ein Blues Traditional, den Völker und Lipeb in ein modernistisches Arrangement gekleidet haben. Das Interesse am Blues war es auch, was die beiden Musiker am Tresen einer Bar (Wo auch sonst?) vor 4 Jahren zusammengebracht hat.

Völker: „Patrice sagte, er wurde gerne „St. James Infirmary“ für eine Freundin spielen, die seiner Familie seit einem halben Jahrhundert sehr nahe stand und sich zu diesem Zeitpunkt mit einer schweren Krebserkrankung in Neuseeland im Krankenhaus befand. Nach langem Leidensweg erlag sie letztlich der Krankheit. Ich hörte mir daraufhin den Song in einer Version von Tom Jones und Rhiannon Giddens an. Dann schrieb ich einen kleinen Beat und sang einfach drauflos. Patrice schmiss den Verstärker an und der Song war da. Bei Konzerten steige ich gerne irgendwo drauf, wenn wir ihn spielen, und erzáhle diese merkwürdige Story, diesen Mix aus Trauerlied und Mörderballade.“

Und so fand auch dieses Stück seinen Weg in das Live-Repertoire der beiden Musiker, das sie auf der „Dieb für ein Lied“-Tour zum Besten geben werden. An Orten, an denen sonst kaum jemand spielt. Für Menschen, die ihre eigenen Geschichten mit zu den Konzerten tragen.

Es wird spannend – und auch ein bisschen wild.

www.instagram.com/timmvoelker

Fotos: 
© Jonas Reichert
© Jakob Polke

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Presse-Material:

TERMINE

Konzerte

Mi. 14.1. Dresden, Societaetstheater 
(mit Hotel Rimini / ausverkauft)

Do. 15.1. Magedburg, Moritzhof
(mit Hotel Rimini)

So. 25.1. Leipzig, Besser Leben
(mit Stella Sommer)

(Booking: Rüdiger Ladwig 
Mail: ladwig@trocadero-home.com)

NEWS

KURZFILM “FALKE ÜBERM HAUS“



“Falke überm Haus“ begleitet die Leipziger Musiker Timm Völker und Patrice Lipeb auf ihrer Reise durchs Hinterland zwischen Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Sie begegnen Menschen, die abseits der Ballungszentren Kulturveranstaltungen organisieren. In seinem Debütfilm richtet Stefan Nöbel-Heise den Blick auf Menschen und Landschaften jenseits der Städte. Erzählt in ruhigen atmosphärischen Schwarzweiß-Bildern nimmt der Film die Zuschauer mit auf einen Roadtrip fernab üblicher Erwartungen an das, was landläufig „Ostdeutschland“ genannt wird. Es geht um Freundschaft, Landschaft, Tiere, Religion, Kuchen und Doppelkorn, und auch ein bisschen Blues-Musik.”

Laufzeit: 35min
Regie: Stefan Nöbel-Heise
Dramaturgie & Schnitt: Doreen Schuster

24.5.24 Filmpremiere in Leipzig: Ticket VVK

LESETERMINE IM JANUAR

18.01. Hamburg, Hanseplatte +Konzert mit Tobias Levin
19.01. Halle/S, Pierre Grasse +Talk mit Amber Hummel
24.01. Berlin, Tennis +Talk mit Hendrik Otremba
25.01. Dresden, Hole Of Fame +TBA

TIMM VÖLKER & JAN KUHLBRODT STORIES UND SONGS



“Hotel New York Pt.II – Stories und Songs“ also. Mit Jan Kuhlbrodt hat Timm Völker sich einen weiteren musikalischen Kollaborateur gesucht, mit dem er seine musikhistorische Wissbegier in eine weitere Richtung tiefer ausleuchtet. Diesmal geht es um Blues als Urgrund musikalischer Erfahrung. Zuhause kreisen die Platten von John Lee Hooker und Muddy Waters, aber auch weniger bekanntes. Rhythmisches Sediment, das die späteren Texte grundiert. Der Auwald bei Leipzig als Delta. Memphis in Mitteldeutschland. Songs und Stories mit Mundharmonika. Jan Kuhlbrodt an der Harp, und Timm Völker an der Gitarre. Natürlich mit einer Brise Melancholie.

15.9.23 Witzenhausen, Café Ringelnatz
16.9.23 Fredelsloh, Café Klett

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