Kreidler
Info
100 Jahre Metropolis: 1927 - 2027
Kreidler vertont den Stummfilm-Klassiker Metropolis von Fritz Lang
- Deutsche Erstaufführung: 10.1.1927
- Produzent: Erich Pommer
- Regie: Fritz Lang
- Drehbuchautorin: Thea von Harbou
- Produktion: Universum Film AG (Ufa)
- FSK-Freigabe: freigegeben ab 6 (sechs) Jahren
Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.
Im Mittelpunkt dieses Stummfilmklassikers (Originalmusik: Gottfried Huppertz) steht die futuristische Stadt Metropolis. Ihr Erbauer, Joh. Fredersen (Darsteller: Alfred Abel), hat als „das Hirn der Stadt“ von seinem „Neuen Turm Babel“ sämtliche Fäden in der Hand, die absolute Kontrolle.
Für ihn sind die Menschen nur ein Teil der Arbeitsmaschine, „ausführende Hände“, die sein Werk zur Perfektion bringen und aufrechterhalten sollen. Die Bevölkerung von Metropolis lebt in einer streng getrennten Klassengesellschaft: die Arbeiter schuften unter der eigentlichen Stadt und wohnen in unterirdischen Massen-unterkünften, in denen es keine Sonne gibt und keine Freude.
Die Reichen und Mächtigen residieren hoch über Metropolis. Ihre Söhne leben ebenfalls in einer Art eigenen Stadt, dem „Haus der Söhne“, mit den Universitäten, einem gigantischen Stadion und den paradiesischen „Ewigen Gärten“, wo die schönsten Mädchen „gezüchtet“ werden wie kostbare Blumen. Im „Haus der Söhne“ lebt auch Freder, Joh. Fredersens einziger Sohn. Doch eines Tages beschließt Freder, in die Arbeiterstadt hinabzusteigen, um dort die engelsgleiche Maria zu suchen, die den Arbeitern mit ihren Predigten von Liebe und Klassenlosigkeit Hoffnung schenkt.
Als Freder die Lebensverhältnisse der Arbeiter sieht und Marias Predigt hört, ist er derart erschüttert, dass er sich entschließt, einer der ihren zu werden. Um Maria auszuschalten, beauftragt Joh. Fredersen den Erfinder Rotwang. Der erschafft einen künstlichen Menschen, der die Züge von Maria trägt, um zu Kampf und Zerstörung aufzurufen. Gleichzeitig erhofft sich Rotwang, der Fredersen haßt, dass seines Todfeindes Sohn an der Liebe zu Marias künstlicher Doppelgängerin zugrunde gehen werde.
Zunächst gelingt der Plan. Von der lasziven Roboter-Maria aufgestachelt, revoltieren die Arbeiter und verwüsten die Arbeiterstadt. Aber als sie erkennen, dass durch ihre Taten die Arbeiterstadt überschwemmt wird und damit ihre Kinder in Gefahr bringen, machen sie sich wutentbrannt auf die Suche nach Maria. Gefasst wird aber nicht Maria, sondern ihre unheilbringende Doppelgängerin. Die Arbeiter verbrennen die Maschine, während Maria gemeinsam mit Freder die Kinder des Volkes rettet. In einem brutalen Kampf zwischen Freder und Rotwang wird der Erfinder getötet. Durch die Geschehnisse sind die Bewohner von Metropolis zunächst geeint. Der Weg scheint nun frei für eine Welt ohne Klassenunterschiede…-
Kreidler komponieren einen neuen Soundtrack zu Fritz Langs Metropolis.
Die 1994 in Düsseldorf gegründete Band Kreidler sind Thomas Klein, Alexander Paulick, und Andreas Reihse.
Kreidler spielt eine auf Elektronik basierte Form der populären Musik, benutzt aber auch akustisches Instrumentarium. Meist instrumental, immer rhythmisch, immer mit einem Pop-Appeal, zwischen IDM, Soundtrack und Electronica.
Die neue Filmmusik ist konzeptionell und in der Anmutung elektronisch.
Zur künstlerischen Praxis gehören die Verwendung akustischer Klangerzeuger wie beispielsweise Zupf- und Streichinstrumente, Schlagzeug oder Stimme. Anmutung heißt hier, die nicht-genuin-elektronischen Instrumente in einer der elektronischen Musik üblichen Form einzusetzen - so beispielsweise pulsierend, treibend oder Pattern-generierend.
Die Gegenüberstellung von rhythmischen und perkussiven Abschnitten mit komplexen Ambient-Texturen steht bei der Arbeit im Vordergrund.
Das Trio arbeitet mikrotonal, insbesondere mit „Extended Just Intonation“, was sowohl opulentere „konventionelle“ Harmonien als auch exotische Dissonanzen ermöglicht. Die Band setzt sich seit einigen Jahren mit Mikrotonalität auseinander. So komponierten Paulick und Reihse 2021 für Heinz Emigholz's Film Berlin Underground die (vermutlich weltweit erste) Filmmusik in „Just Intonation“.
Bei Metropolis liegt Kreidlers Augenmerk auf der bis heute bahnbrechenden Modernität von Fritz Langs Film, und weniger auf der Sentimentalität die von der Originalmusik noch verstärkt wird.
Als Gruppe und auch individuell sind Kreidler erfahren im Produzieren von Musik für Film und Theater. Zuletzt hat Klein die Musik für Felix Krakaus` Nora-Inszenierung am Schauspielhaus Düsseldorf komponiert, Reihse ist als Komponist und Live-musiker bei Nino Haratischwilis` Penthesilia: ein Requiem im Deutschen Theater zu sehen und hören; Paulick betreibt ein Dolby Atmos 7.1.4 Studio und konzentriert sich auf einen kompositorischen Ansatz für räumliches Audio; im Frühjahr 2026 wird Heinz Emigholz's Film The Suit in die Kinos kommen, mit Musik von Kreidler.
Kreidler haben als Live-Band hunderte von Konzerten weltweit in über 30 Ländern gespielt. In Techno-Clubs, in Rock-Venues und Konzerthallen. Auf Festivals wie Sonar, Cervantino, SXSW oder Nrmal.
Im Auftrag des Goethe-Instituts war die Band auf Tourneen durch Südostasien und Mexiko.
Kreidler trat in Museen und in Galerien für Künstler:innen wie Rosemarie Trockel, Thea Djordjadze, Mike Kelley, oder im MoMA New York und im Centre Pompidou Paris für Andreas Gursky auf.
Kuratiert von Djordjadze und Trockel kollaborierte Kreidler 2019 mit der Sängerin Asmik Grigorian in der Elbphilharmonie Hamburg – als Erweiterung einer Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg.
Kreidlers Musik war als Installation u.a. bei CTM Transmediale, bei Image Movement Berlin, bei metakino in Helsinki oder in Mischa Kuballs res-o-nant im Jüdischen Museum Berlin zu sehen und hören.
Die Band ist regelmäßig Gast auf Filmfestivals, u.a. in Barcelona, Valencia, Baden-Baden, München – oder in Oberhausen, wo die Videos zu Au-Pair, La Casa, Moth Race, Tornado und Eurydike bei den Kurzfilmtagen ausgezeichnet wurden.
Kreidlers Musik ist in Filmen, Performances, im Theater und auf Catwalks zu hören. Die Band kooperiert mit Autoren wie Jacob Wren, Nick Currie/Momus oder Ricardo Domeneck; 2015 begann mit der Tournee Der Tag, als meine Frau einen Mann fand eine Zusammenarbeit mit der Autorin Sibylle Berg; ein wichtiger gemeinsamer Auftritt war im Februar 2020 in Augsburg, als ihr der Bertolt-Brecht-Preis verliehen wurde.
Kreidler komponierte u.a. Soundtracks für Tommy Pallotta/ Femke Woltings The Last Hijack (2015) und den ergänzenden Web-Auftritt, der mit einem Digital-Emmy prämiertwurde. Seit 2011 kollaboriert Kreidler mit Heinz Emigholz. Der Regisseur hat 2011/12ihr Album Den mit 7 Videos erweitert. Die Band komponierte die Musik zu The Airstrip (2014), The Last City (2020) und The Suit (2024). Emigholz gestaltete das Cover zum Album Spells and Daubs (2022). Der Film 2+2=22 [The Alphabet] (2017) ist um die Aufnahmen zu Kreidlers Album ABC in Tbilisi arrangiert.
Auftritts-Booking:
Trocadero, Rüdiger Ladwig, Email: ladwig@trocadero-home.com
In Kooperation mit Bureau B Booking.






